Community Portrait: AstroSam

Liebe StarCitizenBase-Leser/innen,

die Community ist wohl einer der wichtigsten Stützpfeiler bei der Entwicklung von Star Citizen. Neben den zahlreichen Backern, die bereits die Alphaversion testen oder auf den Release des Spiels warten, gibt es auch die stetig wachsende Gemeinschaft der „Content Creator„. Sie erstellen Screenshots, Videos, Podcasts, Livestreams und vieles, vieles mehr.
In diesem neuen Format möchten wir euch nun nach und nach die deutschen Star Citizen Content Creator in einem Portrait vorstellen. Den Anfang macht dabei AstroSam.

Ihr seid auch Content Creator und würdet euch gerne in einem ähnlichen Artikel vorstellen? Kontaktiert uns gerne über FaceBook, Twitter oder per E-Mail an: info@starcitizenbase.de


„Star Citizen wird das WoW der 2020er Jahre.“

AstroSam (2016)

„Star Citizen wird das World of Warcraft der 2020er Jahre.“ Davon ist Kai Bach überzeugt. Viele kennen den Hamburger jedoch unter einem anderen Namen: AstroSam. Der 43-Jährige unterhält seit Anfang 2017 einen Youtube-Kanal, auf dem er sich auf vielfältige Weise mit dem Spiel auseinandersetzt. Für bald 1.900 Abonnenten zählen seine deutschen „Around the Verse„-Übersetzungen zum Wochenend-Standard-Programm. Darüber hinaus fertigt AstroSam Videos an, in denen er Begriffe wie „Subsumption“ – das ist die hinterlegte künstliche Intelligenz des Spiels – mit Grafiken und Animationen erläutert. So bringt er der Community auf verständliche Weise zahlreiche Facetten des enormen Programmier-Aufwands näher, der bei CIG für „Star Citizen“ betrieben wird. Nicht zuletzt erzählt er aktuell mit seiner Serie „HörZeitRaum“ die Geschichte des Star-Citizen-Universums oder liest im Format „HörBuchRaum“ Lore-Stories vor.

Gleichwohl: „Star Citizen“ im Vergleich mit „World of Warcraft“? Wahr ist: Nach einem echten „WoW-Killer“ giert die Spielgemeinde schon seit langem. Und dass dieser mit „Star Citizen“ gefunden sein könnte, davon ist AstroSam überzeugt. Viele aktuelle und zuvor hoch gehypte Online-Spiele entpuppten sich im Vergleich zu „World of Warcraft“ bisher als Luftnummer. Rund zwölf Millionen Spieler hatte „World of Warcraft“ zu seinen besten Zeiten. Sicher, davon ist „Star Citizen“ derzeit noch weit entfernt – und doch glaubt AstroSam fest daran. „Ich kann es nicht belegen – aber ich träume gewissermaßen den Traum gemeinsam mit Chris Roberts, die „best damn space sim ever“ erleben und spielen zu dürfen. So etwas hat es noch nie gegeben – und die Anzahl derjenigen, die sich nach einem WoW im Weltraum sehnen, könnte in die Bereiche von WoW gehen.“ Bereits heute hat Star Citizen, im frühen Alpha-Stadium, schließlich schon 1,8 Millionen Unterstützer.

War AstroSam schon immer so zuversichtlich? „Am Anfang war ich sehr skeptisch“, sagt er, dem Spiel, der Demo, Chris Roberts und nicht zuletzt der Kickstarter-Kampagne gegenüber. 30, 40 Euro für ein Spiel, das nicht existiert? „Nicht mit mir“, erinnert er sich. Aufhorchen ließ ihn dann die CIG-Ankündigung Anfang 2016, dass man künftig getrennt für „Squadron 42“ und „Star Citizen“ bezahlen müsse. „Ich dachte damals: „Also gleich 80 Euro? Dann jetzt lieber schnell noch 40 Euro.“ Womit ihn CIG auf seiner Homepage an der Angel hatte: „Oh, das Paket mit der 315P, das ist ja schick… oh, so eine Freelancer wäre aber auch… oh nein, warte, die Constellation, die ist ja ein Traum…“, erinnert er sich. Welche Schiffe er heute besitzt, will er für sich behalten. Nur so viel: Ihn ereilte, eher mehr als weniger, der typische „Star Citizen“-Suchtverlauf.

AstroSams DJ-Karriere (2004)

So weit, so normal im Leben eines Star Citizen. Doch für jemanden, der gerne kreativ schreibt, kreative Musik hört, früher ab und an als DJ auf Partys Musik aufgelegt hat, war schnell klar, dass es für AstroSam nicht beim passiven Unterstützen bleiben würde. Dabei ist er vielmehr in die Szene hineingestolpert. „Eines Tages, am 23. Mai 2017, war meine Organisation Deutsche Space Cargo (deutsche-spacecargo.com) Gastgeber für Roedas Dienstagsrunde. „Da war ich spontan mit dabei“, erinnert er sich. Mehr aus einer Laune heraus, hatte er bis dahin kurze Drei- bis Fünf-Minuten-Videos gebastelt, in denen er Basiswissen zum Spiel vermittelte, etwa die verschiedenen Ingame-Währungen erklärte. „Und irgendwann kam mir dann der Gedanke, ich könnte mir mal Satz für Satz die AtVs anhören und versuchen zu verstehen, was CIG eigentlich mitteilen will. So kam die erste Übersetzung zustande, von der ich selber überrascht war, was für spannende Themen uns CIG abseits der hübschen Bilder vermittelt“. Das war vor knapp sechs Monaten, zwei Wochen vor besagter Roedas-Runde.

Vor allem seine guten Englisch- und IT-Kenntnisse halfen ihm dabei sehr. AstroSam ist seit 17 Jahren in der IT unterwegs – im Vertrieb, im Service, im Controlling und im Vertragsmanagement, und das teils international. „Ich wollte immer wissen, wie etwas funktioniert. Daher habe ich bei jeder Gelegenheit Programmierer und Projektmanager so lange gelöchert, bis ich etwas verstanden hatte. Das war in meinen Augen notwendig, um Bedarfe beim Kunden besser zu verstehen und weitergeben zu können, bei Fachgesprächen wenigstens grundlegend am Ball bleiben zu können und so auch in der Lage zu sein, zwischen Parteien vermitteln zu können.“ Dieses Knowhow kommt ihm heute bei seinen Übersetzungen zugute.

AstroSams „Arbeitsplatz“

Schnell wuchs das Übersetzungs-Format und wurde von der deutschen Community begeistert angenommen. Der Aufwand, der dahinter steckt, ist jedoch enorm: So benötigt AstroSam für eine Übersetzung – für die er fast immer ein vollständiges acht bis zwölf Seiten umfassendes Skript schreibt – sechs bis acht Stunden, manchmal auch zehn bis zwölf Stunden, abhängig von den zusätzlich zu erklärenden Inhalten. „Hinzu kommen noch Schnitt und Produktion, Veröffentlichung und Post-Bearbeitung – im doppelten Sinne“, erklärt er; weiterhin ab und zu Lore-Stories und Exkurse, Monatsrückblicke oder Streams.

Als Content Creator ist sich AstroSam seines Einflusses auf die Stimmungslage in der Community dabei durchaus bewusst. „Auch mir ist schon mal ein negativer Kommentar rausgerutscht, sei es im Forum oder Voicechat, über Schiffspreise, nicht funktionierende Technik oder ein Concept Design.“ Im Grunde sieht er sich jedoch eher in der Rolle eines „Katalysators“. Damit meint er: Neben der Übersetzungs-Reihe, die eher neutralen Dokumentationscharakter haben soll, will AstroSam aufzeigen, was es alles an positiv hervorzuhebenden Meldungen und Inhalten gibt. Anders gesagt: „Wenn von hundert Leuten, die ein Video sehen, auch nur zwei dabei sind, die anschließend positiver gestimmt sind, dann habe ich etwas richtig gemacht.“ Gerade zurzeit sieht AstroSam die Content Creators in der Verantwortung, im fortwährenden „Enttäuschungs-Sturm“ der Community eine Art Leuchtboje zu sein, um CIG und den Community Managern den Rücken freizuhalten und den Mitgliedern für Fragen oder Diskussionen als Anlaufpunkte zu dienen – nicht kritiklos, aber konstruktiv und grundsätzlich mit den Augen auf den Horizont gerichtet.

So freut er sich über jeden Kommentar, und sei es ein „Dankeschön“ unter seinen Videos. „Das bedeutet nämlich, dass jemand nicht nur das Video konsumiert hat, sondern sich auch noch die Mühe gemacht hat, auf ‚Kommentieren‘ zu drücken und persönlich eine zu Nachricht schreiben. Das ist großartig, weshalb ich versuche, auf jeden Kommentar zu antworten“, sagt er. Gekrönt werde das durch diejenigen, die ihn zudem finanziell unterstützen. Auch Brian Chambers, Chef des Frankfurter Entwickler-Studios, habe ihn schon einmal für seine Übersetzungsarbeit gelobt. „Das zeigt mir, dass man die Arbeit auch bei CIG wahrnimmt.“

Geärgert hat sich AstroSam über Kommentare aber auch schon. Dann sei es jedoch wichtig durchzuatmen und mindestens 24 Stunden mit einer Antwort zu warten. „Meist hat der Schreibende es gar nicht so gemeint, wie ich es verstanden habe. Generell möchte ich festhalten, dass es den kritischen Stimmen zu verdanken ist, dass sich das Format so schnell in die heutige Richtung entwickeln konnte.“ So sei etwa einmal kritisiert worden, dass er Atemgeräusche aus seinen Videos herausschneide. „Das habe ich dann zuerst abgewehrt, weil mich persönlich die Atemgeräusche störten. Trotzdem habe ich mir dann beim nächsten Video ein Herz genommen und nicht jedes Fitzelchen herausgeschnitten. Das Feedback war durchweg positiv, womit klar war, dass ich mit meinem Geschmack hier offensichtlich falsch gelegen hatte.“

Der Aufwand für die Community bedeutet im Umkehrschluss: Zum Spielen von „Star Citizen“ kommt AstroSam kaum noch: „Seit ich diese Arbeit mache, ist das Spielen fast zur Nebensache geworden.“ Zwei Stunden pro Woche seien drin, manchmal mehr, häufig eher weniger. Der Rest – zwischen zwölf und zwanzig Stunden in der Woche – gehe auf das Konto von Übersetzungen, Videos und Community-Arbeit. Und so gibt er auch offen zu: „Es gibt Wochenenden, da habe ich keine Lust auf die Übersetzung.“ Allerdings: „Meine Community unterstützt mich dann wieder mit lieben Worten und wenn dann die positiven Reaktionen auf die Videos kommen, dann hat es im Nachhinein doch wieder Spaß gemacht. Aber ich betone es immer wieder und halte mich auch daran: Sollte das Verhältnis irgendwann zu sehr kippen, dann werde ich aufhören – und wieder mehr Star Citizen spielen.“

Nachahmern Empfehlungen zu geben, sei indes schwierig. Grundsätzlich gelte jedoch: Mit Youtube-Videos lasse sich kein Geld verdienen – auch wenn es natürlich welche gebe, denen das gelänge, seien das die großen Ausnahmen. „Das ist ungefähr vergleichbar mit Bestseller-Autoren, Profi-Fußballern oder Lottogewinnern. Es gibt sie. Aber dort hinzukommen, das bedeutet entweder enormes Glück – oder verdammt viel Arbeit und einen sehr langen Atem plus ein Format, das breiten- und massentauglich ist.“ Vielmehr empfiehlt er: „Macht das, was EUCH Spaß bereitet – nicht das, was anderen Spaß bereitet.“

Worauf er sich mehr freut – „Star Citizen“ oder „Squadron 42“ – kann AstroSam schließlich nicht genau sagen: „Vermutlich freue ich mich aber mehr auf Star Citizen. Ich erwische mich in den letzten Jahren immer öfter dabei, dass mich PC-Spiele schnell langweilen. Star Citizen mit seinem Angebot, gar nicht spielen zu müssen, sondern einfach in einer quasi alternativen Realität durchs Universum zu gondeln, ist für mich zurzeit daher das perfekte Sinnbild eines Computerspiels zur Freizeiterholung.“ Die größte Faszination für ihn ist es, einfach durch den Weltraum zu schweben, dabei schöne Musik zu hören und über die Grafik staunen. Dazu passt, dass er Chris Roberts ein Flensburger in die Hand drücken würde, würde er ihn einmal treffen. Er würde ihn an einen Feuerplatz bitten und gemeinsam mit ihm einfach in die Flammen starren.

Kurz-Bio
AstroSam (2016)

AstroSam lebt im Großraum Hamburg. Er arbeitet als Servicemitarbeiter eines IT- und Telekommunikationsunternehmens. Aktuell beschäftigt er sich in seiner Freizeit neben Familie mit zwei Kindern samt Hund, neben Haus und Garten hauptsächlich mit „Star Citizen“. Seinen Namen hat AstroSam der italienischen Kampfpilotin und Astronautin Sam Cristoforetti entliehen, von der er ein großer Fan war – anfangs war „AstroSamantha“ sogar sein Nick. Irgendwann änderte er seinen Namen dann jedoch in „AstroSam“.

Seine Spielvita reicht schon lange zurück: Seine ersten Zocker-Gehversuche machte AstroSam auf einem Atari 2600 anno 1982 und kurze Zeit später auf dem C64 – immer bei Freunden. Seine Eltern beobachteten das mit Argusaugen, weshalb er lange keinen eigenen Spielcomputer bekam. Erst von seinem Konfirmationsgeld kaufte er sich seinen ersten eigenen Computer, einen Amiga 500. Darauf spielte er so gut wie jedes erhältliche Spiel. 1989 gab es vom Vater dann den ersten PC – um eine Kundendatenbank zu entwickeln. Selbstredend wurde der zum Spiele-PC umgebaut, und so spielte AstroSam später auch die „Wing Commander“-Serie, wobei ihn der erste Teil nicht vom Hocker riss. „Wing Commander II mit Sprachpack“ hingegen schon, dann bereits auf einem 486er. Den vierten Teil zockte er schließlich auf einem frisch gekauften Pentium, der an eine Dolby Surround-Anlage gekoppelt war.


Quelle: StarCitizenBase
Social Media: FaceBook | Twitter | Community HubSpectrum

9 Kommentare zu “Community Portrait: AstroSam

  • 23. Oktober 2017 um 12:58
    Permalink

    Oh cool, das bin ja ich ^^ Vielen lieben Dank an SCB und Brubacker für euer Engagement und schöne Grüße aus Hamburg!
    Euer
    Astro =]

    Like 24+

    Benutzer, denen dieser Kommentar gefällt:

    • avatar
    • avatar
    • avatar
    • avatar
    • avatar
    • avatar
    • avatar
    Antwort
  • 23. Oktober 2017 um 13:17
    Permalink

    Cooles Format! Danke an dieser Stelle auch noch mal an Astro, dass er uns mit qualitativ hochwertigen Inhalten versorgt und sich die Mühe gibt die Entwicklung im Detail zu betrachten und verständlich zu schildern. Das hat mir sehr geholfen zu verstehen welcher Aufwand in diesem Projekt steckt. Also Daumen hoch und bitte weitermachen solange es Spaß macht, ich hoffe CIG versorgt uns in naher Zukunft wieder mit Inhalten die nicht nur die Übersetzungskünste von AstroSam fordern sondern uns die technischen Hintergründe wieder etwas näherbringen.

    Benutzer, denen dieser Kommentar gefällt:

    • avatar
    • avatar
    • avatar
    • avatar
    Antwort
  • 23. Oktober 2017 um 13:43
    Permalink

    Klasse Idee hier die deutschen Content Creator näher vorzustellen.

    Schade das ihr Deutsche SpaceCargo falsch geschrieben habt und die falsche Webseite ergänzt habt. Richtig wäre http://deutsche-spacecargo.com/ Die Seite http://www.star-citizens.de ist vom Star Citizen Headquarter.

    PS. Ich finde echt gut, das ihr bei A anfangt und nicht nach Grösse/Reichweite der Content Creator.

    Benutzer, denen dieser Kommentar gefällt:

    • avatar
    Antwort
  • 24. Oktober 2017 um 09:04
    Permalink

    Gelungene neue Rubrik. Bin gespannt was da noch kommt. Ich bin schon seit geraumer Zeit ein treuer Viewer von Astrosam, der mit seinen Erklärungen schon viele Sachen ins richtige Licht gerückt hat. Weiter so!

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.