Community Portrait: Rusty Strider

Liebe StarCitizenBase-Leser/innen,

die Community ist wohl einer der wichtigsten Stützpfeiler bei der Entwicklung von Star Citizen. Neben den zahlreichen Backern, die bereits die Alphaversion testen oder auf den Release des Spiels warten, gibt es auch die stetig wachsende Gemeinschaft der „Content Creator„. Sie erstellen Screenshots, Videos, Podcasts, Livestreams und vieles, vieles mehr.
In diesem neuen Format möchten wir euch nun nach und nach die deutschen Star Citizen Content Creator in einem Portrait vorstellen. Rusty Strider ist nach AstroSam nun der zweite in der Reihe.

Ihr seid auch Content Creator und würdet euch gerne in einem ähnlichen Artikel vorstellen? Kontaktiert uns gerne über FaceBook, Twitter oder per E-Mail an: info@starcitizenbase.de


Forscher durch und durch

Community Creators, Teil II: „Rusty Strider“ ist mit 63 Jahren ein älterer „Citizen“ – dafür aber sehr aktiv.  Von ihm und seinen Tipps können alle Sternenbürger etwas lernen.
von Brubacker

Im Herzen jung: Der 63jährige Berliner ist in der „Star Citizen“-Szene mittlerweile bekannt.

Rentner haben niemals Zeit. Erst Recht, wenn es sich dabei um Raumzeit handelt. Wer wüsste das nicht besser als Rusty Strider. Am 1. Dezember ist der Berliner offiziell in den Unruhestand getreten. Seit wenigen Wochen 63 Jahre alt zählt er unter den „Star Citizens“ zu den älteren Semestern. Sein Name ist der deutschen Community mittlerweile bekannt, vor allem weil er sich mit Begriffen wie Antimaterie, Wurmloch oder eben Raumzeit auseinandersetzt. „Rusty’s Tips„, die sich dem Themenkomplex Weltall widmen, zählen auch auf „Star Citizen Base“ zu den wöchentlichen Formaten. In kurzen, knackigen Erklärungen beschreibt der Berliner Begriffe innerhalb und außerhalb des „Star Citizen“-Kanons: Albert Einstein zählt  ebenso dazu wie „Aegis Dynamics“.

Was kaum einer weiß: Rusty Strider, mit bürgerlichen Namen Michael Otto, hat den entsprechenden fachlichen Hintergrund, bei gleichzeitigem Enthusiasmus für das Thema. So studierte er an der Technischen Universität Berlin Physik. Bis heute sammelt er jedes aktuelle Material, das er über die Themenbereiche Astronomie, Technik, Forschung und Wissenschaft in die Finger bekommt. Dafür nutzt er alle zugänglichen Online-Quellen, die gesicherte Erkenntnisse bieten. Auf ihre Essenz zusammengefasst, pflegt er diese Informationen zunächst in eine heimische Datenbank ein und  bereitet sie dann nach und nach für seine Tipps auf. Überdies ist er ein eingefleischter Science-Fiction-Fan. Zu seinen Lieblingsautoren zählen Jules Verne, Isaac Asimov, Frank Herbert, Stanislaw Lem, Douglas Adams oder David Brin.

Auf Tuchfühling mit dem Chef des deutschen CIG-Entwicklerstudios Brian Chambers

Man sollte also denken: Ein Spiel wie „Star Citizen“, das akkurate Umsetzungen von physikalischen Gesetzmäßigkeiten wie Newtonsche Gesetze, Rotationsbewegungen von Himmelskörpern oder Luftwiderstände im Atomsphärenflug bietet, sei daher per se für Rusty Strider interessant – doch weit gefehlt: Wenn er etwas nicht ist, dann ein klassischer Gamer. „Gut, ich habe damals Wing Commander gespielt und heute habe ich auf meinem Handy Solitäre, FreeCell und Scrabble – aber das war es dann auch schon“, sagt er. Vielmehr versteht sich Rusty Strider als einen Träumer – einen Träumer mit Passion. „Star Citizen ist für mich vor allem eine hochwertige Simulation. Ich staune immer wieder, welch hohes Maß an Realität hier verwirklicht werden soll“, sagt er. Angefangen bei der „Star Map“ mit ihren realistischen Ausarbeitungen der verschiedenen Sternensysteme bis hin zu ausgefeilten Charakter-Modellen.

Und um von dieser Wirklichkeitstreue fasziniert zu sein, muss er sich nicht einloggen. „Ich bin eher selten im Verse anzutreffen. Lieber beschäftige ich mich mit den Hintergründen“, erklärt er. Gleichwohl: „Wenn ich dann doch mal online gehe, dann kann ich mich wieder sofort an dem Detailgrad, am tollen Multicrew-Gefühl und komischerweise auch am Sound erfreuen, den es ja in der Realität so nicht geben würde“, schmunzelt er. Das ist dann wohl doch ein Zugeständnis an den Gamer in ihm.

Begonnen hatte für Rusty Strider alles im Jahr 2014, als ihm sein Neffe, der sein ausgeprägtes Interesse an Science Fiction und realer Physik kannte, darauf hinwies, dass es ein Crowdfunding-Projekt von Chris Roberts gäbe, für das sein Herz höher schlagen könnte. „Den Namen Chris Roberts kannte ich ja schon. Mein Neffe zeigte mir dann auf Youtube noch einige Videos, die mich sofort begeisterten. Wochenlang habe ich dann alles, was ich über Star Citizen finden konnte, gelesen.“ Im April 2014 wurde er ein Citizen.

In seinem Hangar hat Rusty Strider mittlerweile einen ganzen Fuhrpark stehen: „Angefangen mit der Cutlass Black, über die Freelancer DUR, das MPUV Cargo und die P-72 Archimedes bis hin zur Anvil Carrack habe ich die unterschiedlichsten Schiffe“, sagt er. Eine Zeitlang verschenkte er Starter-Pakete zu Geburtstagen, sodass er seinen Augen nicht traute, als er plötzlich den „Concierge“-Status hatte. „Ich frage mich noch heute, wie das passieren konnte.“

Hat Rusty Strider für seine Organisation gemalt: einen Phoenix aus der Asche

Mehr noch: Obwohl Strider eigentlich kein Computerspieler im engeren Sinne ist, ist er inzwischen sogar Mitglied in einer Organisation – bei Phoenix Interstellar. „Bei meinen Anfangsrecherchen stieß ich relativ flott auf das Star-Citizen-Quiz dieser Organisation. Ich hatte schon sehr viele Informationen zum Spiel gesammelt, sodass mir das Quiz alsbald als zu einfach erschien“, erinnert er sich. Daher reichte er schließlich selbst Fragen ein, die dann auch veröffentlicht wurden. „So kam der erste Kontakt zustande.“

Er erhielt vom damaligen Macher des Quiz, Ryan ‚Tacryll‘ Lloyd, einen Admin-Zugang. Es entstanden „Rusty’s Tips“, da seine selbst eingereichten Fragen und Antworten im Quiz immer mehr einer Erklärung bedurften. „Die höheren Level des Quiz kann man nämlich nur bestehen, wenn man sich auch mit der realen Astronomie und der Physik auskennt“, sagt er. Folgerichtig wurde er gefragt, ob er nicht Lust hätte, als Mitglied Phoenix Interstellar beizutreten, was Rusty Strider aber zunächst ablehnte. Erst als sich Tacryll als Fan seiner Kunst, der Acryl-Landschaftsmalerei (siehe Kasten) outete, mit der Hoffnung verbunden, er würde für die Organisation  einen Phoenix malen, um diesen bei der GamesCom 2015 präsentieren zu können, ließ er sich breitschlagen. „Ich malte das Bild und mit der Übergabe stimmte ich schließlich zu, dem Clan beizutreten. Auf dem Abendevent signierten dann unter anderem Chris und Erin Roberts das Bild. Seinen Eintritt in die Organisation hat er bis heute zu keiner Zeit bereut. Vor allem die familiäre Atmosphäre  begeistert ihn immer wieder aufs Neue.

Immer mitten drin unter anderen Citizens – sei es innerhalb seiner Organisation „Phoenix Interstellar“ oder auf Barcitizens: Rusty Strider

Kurzum: Mit anderen Menschen zusammentreffen, über das gemeinsam Hobby klönen – das gefällt ihm. Nur logisch war es da wohl auch, dass Rusty Strider zum Koordinator für die Berliner „Bar Citizen“-Community wurde. Dreimal hat in der Hauptstadt solch ein Treffen auf seine Initiative hin bereits stattgefunden. „Ich möchte dies auch künftig regelmäßig mehrmals im Jahr organisieren – und zwar unabhängig von Organisation und Mitgliedschaft. Nur so lernen wir uns alle besser kennen.“

Von „Star Citizen“ selbst erhofft sich Rusty Strider, dass es ein Spiel wird, in dem man auch mal ungestört seinen Aktivitäten nachgehen kann. „Damit meine ich zum Beispiel, dass man keine Piraten sieht, wenn man keine Piraten sehen will.“ Seine Reisen will Rusty Strider später in seiner Anvil Carrack unternehmen. „Das Schiff bietet alle Möglichkeiten und die Robustheit, sehr lange im tiefen Raum nach Raum-Zeit-Anomalien zu forschen, neue Sternensysteme zu entdecken und ist darüber hinaus auch noch für Bodenoperationen sehr gut gerüstet“, erklärt er. Als Leiter der Forschungsabteilung bei Phoenix Interstellar, hofft Rusty Strider, dass er eines Tages ein respektabler Explorer und Wissenschaftler wird. Sein größter Traum: „Mit der Carrack einmal ein ganzes System neu zu entdecken und zu kartographieren.“ Natürlich streng nach wissenschaftlichen Kriterien.

 

Kurz-Infos

Rusty Strider

Rusty Strider lebt in Berlin und ist 63 Jahre alt. Der Film, der ihn für das Sciene-Fiction-Genre eingenommen hat, war der erste „Star Wars“-Film aus dem Jahr 1977. Science-Fiction-Romane haben ihn dazu inspiriert, sich einen Namen für „Star Citizen“ zu überlegen. Irgendwann hatte er den Namen „Brennan Strider“ im Kopf. Wegen seines fortgeschrittenen Alters hat er dann den Beinamen Rusty hinzugefügt – also „Brennan Rusty Strider“. Da er diesen Namen aber nicht als Handle auf der „Star Citizen“-Homepage eingeben konnte, verkürzte er ihn auf „Rusty Strider“.

„Rusty’s Tips“

Die Wissensdatenbank „Rusty‘s Tips“ umfasst mittlerweile 778 Datensätze. Seit kurzem existiert auch das Format „Rusty‘s World„, bei dem die Community Fragen aus der Naturwissenschaft stellen kann und Rusty Strider sie nach bestem Wissen und in einfachen verständlichen Worten beantwortet. Dies dürfen gern auch Fragen zu physikalischen Unterschieden zwischen „Star Citizen“ und der realen Physik sein. Die gesammelten Tipps sind hier zu finden: www.phoenix-interstellar.de/rustys-tips/ oder auf „Star Citizen Base„.

Malerei

Zu Rusty Striders weiteren Hobbies zählt das Malen von Aquarellen. Seine Motive sind fast ausschließlich Landschaften, die ihn in irgendeiner Weise faszinieren. Für ein Bild mit der Größe von 32 mal 45 Zentimeter benötigt er zirka neun Arbeitsstunden. Er malt aber nicht vor Ort, sondern schießt zunächst ein Foto von der Landschaft, die er auf Leinwand verewigen möchte. Bilder von Rusty Strider sind unter www.mikeotto.de zu finden.


Quelle: StarCitizenBase
Social Media: FaceBook | Twitter | Community HubSpectrum

2 Kommentare zu “Community Portrait: Rusty Strider

  • 7. Dezember 2017 um 14:08
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    Echt genialer Beitrag über,wie es schein,einen besonderen Menschen 🙂
    Lesenswert!!!!

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  • 7. Dezember 2017 um 15:30
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    Ich mag die Rubrik Rusty’s Tips sehr. Leider sind diese aber immer etwas zu kurz geraten. Eben auf den Punkt gebracht.
    Dennoch ist es eine tolle Arbeit und von Rusty und ich finde es gut, dass Ihr Ihn mit ins Community Portrait aufgenommen habt.

    Ein Lob an der Ersteller des Portraits 🙂

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