Portfolio: Esperia

Es gibt das alte Sprichwort, dass “Nachahmung die ehrlichste Form der Schmeichelei” ist. Dies war noch nie so wahr wie im Falle von Esperia. Die Firma produziert voll funktionierende Nachbauten von sowohl historischen als auch Alienschiffen und seit kurzem auch historische Alienschiffe. Esperias Fähigkeit, nahtlos  moderne Funktionen und Luxus mit klassischen, lange verlorenen Schiffsdesigns zu verschmelzen, macht sie einzigartig auf dem Raumfahrt-Markt.

Interessanterweise ging es bei Esperias Gründung im Jahre 2873 um Geschichte, nicht um’s Geschäft. Die Firma wurde nur mit ein wenig Glück, einer großen Kontroverse, sowie dem unerschöpflichen Antrieb seiner beiden Gründe, Jovi und Theo Ingstrom, zu einem großen Spieler in der Raumfahrtindustrie. Die Geschichte Esperia handelt ausschließlich von diesen beiden Brüdern, die sich hassten, liebten und immer weiter antrieben, um zu tun, was noch niemand zuvor gewagt hatte.


Rivalität zwischen Brüdern

Die Ingstrom Brüder wurden in Quasi (Terra) geboren und wuchsen dort auch auf. Ihre Eltern besaßen und betrieben ein großes Luxushotel, welches sich um die Touristen kümmerte, die diese malerische Stadt inmitten der Berglandschaft besuchten. Als Kind war der ältere Bruder Jovi fasziniert von den eigenartigen Alienruinen außerhalb von Quasi und verbrachte Stunden damit, diese zu erkunden. Währenddessen hing Theo im Hangar des Hotels herum. Dort bestarrte er neugierig die seltenen und teuren Schiffe, die mit den Gästen kamen und gingen.

Laut dem Hotelpersonal zu dieser Zeit wurden Jovi und Theo, wenn auch einzeln eine angenehme Gesellschaft, zusammen zu einem richtigen Schrecken. Die Brüder ärgerten sich ständig oder stachelten sich gegenseitig dazu an, rücksichtslose Dinge zu tun. Ewdin Kelce, Autor von Ressurrecting Icons (die maßgebliche Biografie der Brüder), machte aus, dass der nennenswerteste Vorfall im Jahr 2866 passierte, als sie Teenager waren. Jovi brachte Theo dazu, sich auf das Geländer eines der Ausblicksterassen im 3. Stock des Hotels zu stellen. Als sein Bruder endlich oben saß, stieß Jovi das Geländer an. Irgendwie überlebte Theo den Fall und kam mit einem gebrochenen Arm davon.

Trotz dieser Wildheit spürte ihr Vater einen starken Unternehmergeist in Jovi und wollte, dass dieser das Familiengeschäft lernte. Jovi weigerte sich und schrieb sich stattdessen an der Universität von Jalan ein, um Xenoarchäologie zu studieren. Im darauffolgenden Jahr schrieb sich Theo an der Universität von Rhetor ein, um Luft- und Raumfahrttechnik zu lernen. Theo erwies sich als begabter und motivierter Student; Jovi wurde im zweiten Studienjahr der Universität verwiesen.

Nach diesem Rauswurf arbeitete Jovi für ein paar Monate im Hotel seiner Familie. Schnell hatte er keine Lust mehr auf die ständig prüfenden Blicke seiner Eltern und wollte sich wieder seinem Studium widmen. Seine Eltern stimmten zu, ihn finanziell zu unterstützen, wenn er die Universität von Rhetor zusammen mit seinem Bruder besuchte. Berichten zufolge spielten seine Eltern, beide Absolventen der Universität von Rhetor, die Vermächtniskarte aus und spendeten der Uni einen beträchtlichen Betrag, um sicherzustellen, dass seine Bewerbung akzeptiert wurde.

Jovi zog im darauf folgenden Semester mit Theo zusammen. Die Vereinbarung ärgerte beide Brüder. Theo hatte das Gefühl, dass seine Eltern ihm die zusätzliche Bürde der Verantwortung für seinen Bruder aufgezwungen hatten, während Jovi es verabscheute, dass ihm sein jüngerer Bruder über die Schulter schauen sollte. Dann, im Jahre 2872, machten die beiden einen Ausflug zur Intergalactic Aerospace Expo (IAE), die nicht nur ihr Verhältnis, sondern auch ihrer beider Zukunft verändern sollte.


Digitale Archäologie

Seit Jahren schon hatte Theo versucht, ein Schiff der Gailforce-Reihe in seinen Besitz zu bringen, welches unter Ingenieursenthusiasten bekannt war, da es niemals auf den Markt gekommen war, nachdem überbordende Kosten die Hersteller in die Pleite getrieben hatten. Während sie das Messegelände durchquerten, fand Theo die zerbrochene Hülle einer Gailforce, die zum Verkauf stand. Trotz seiner Bemühungen konnte er den exorbitanten Preis, den der private Sammler verlangte, nicht herunterhandeln. Für den Rest des Tages schwafelte Theo pausenlos über das Schiff, bis Jovi sich dazu entschied, die Angelegenheit in die eigenen Hände zu nehmen. Bevor irgendwer Jovis Handlungen als Altruismus verstand, behauptete Resurrecting Icons, dass es Jovis eigentliche Intention war, dafür zu sorgen, “dass Theo die Klappe hielt”. Er stöberte den Sammler an diesem Abend in der Hotelbar auf und nach einer Nacht voller Drinks konnte er den Preis herunterhandeln. Und nicht nur das: er sorgte auch dafür, dass der Sammler ein Set der originalen Blaupausen des Schiffs mit drauflegte.

Theo nutzte die Blaupausen, um das Schiff zu reparieren, aber fand sich in einer Sackgasse wieder, als korrumpierte Daten einige Seiten unlesbar machten. Jovi forschte nach, wo sie Kopien der korrumpierten Seiten finden konnten und war geschockt, dass die Blaupausen schwerer zu finden waren als die Schiffe selbst. Die Tatsache, dass die Blaupausen der Gailforce nach ein paar Jahrzehnten bereits verschwunden waren, verwunderte Jovi.

Nachdem er Theo bei der Reparatur und Restaurierung der Gailforce zugeschaut hatte, verstand er, dass Schiffsblaupausen ein essentieller Teil der Luft- und Raumfahrtgeschichte waren und war überrascht, dass noch niemand ein Archiv für diese Dokumente eingerichtet hatte. Jovi sah eine Möglichkeit, seinen natürlichen Geschäftsscharfsinn mit seiner Passion für Geschichte zu verbinden.

Im Jahre 2873 brach Jovi die Schule ab, machte sein Treuhandvermögen zu Geld und startete mit der Hilfe seines Bruders Esperia. Die Firma wurde nach einem kleinen Schiffshersteller benannt, der in Sammlerkreisen bekannt dafür war, auf tragische Weise ausgelöscht worden zu sein, als das Orion System an die Vanduul fiel. Esperias erstes Ziel war es, Schiffsblaupausen zu sammeln und zu bewahren, sodass diese nicht mehr vom Sand der Zeit verschluckt werden würden.

Jovi und Theo begannen damit, so viele Schiffsblaupausen zu kaufen wie möglich. Dann verlangten sie eine regelmäßige Gebühr für den Zugang zu den Aufzeichnungen, sodass Sammler ihre kostbaren Schiffe nach den originalen Spezifikationen restaurieren konnten. Jovi durchkämmte das gesamte Universum und zahlte gutes Geld für jegliche Blaupausen, die er finden konnte. Es dauerte nicht lange, bis Esperia eine beeindruckende Datenbank aufgebaut und sich unter Sammlern einen Namen als DIE Quelle gemacht hatte.

Aber das Abonnement-Modell war nicht lukrativ und Esperia hatte Probleme damit, Profite zu erwirtschaften. Nachdem Theo seinen Uni-Abschluss gemacht hatte, begann er damit, mit ihren Blaupausen alte Schiffe zu kaufen, zu restaurieren und wieder zu verkaufen. Jovi machte groß angelegte Werbung für diese Restaurationen, um zu zeigen, was mit ihrem Service möglich war. Es dauerte nicht lange, bis Theos Ruf als talentierter Restaurator mehr Interesse auf sich zog als die Blaupausen. Eines morgens wartete Victor Hurston geduldig vor ihrem kleinen  Büro in Kutaram, Terra. Was er vorschlug, sollte den Kurs der Firma nachhaltig verändern.


Das Imitationsspiel

Victor Hurston war vor allem als Playboy mit einer Vorliebe für exotische Schiffe bekannt. Und trotzdem war das, was er vorschlug, nicht weniger als schockierend. Victor war in den Besitz einer Vanduul Glaive gelangt und und fragte, ob Esperia sie zum Laufen bringen könne. Auch wenn sie weder Blaupausen noch Wissen über die Vanduul Sprache besaßen, bekam es das Esperia Team irgendwie hin. Ein paar Monate später präsentierte Victor Hurston die Glaive einem geschockten Publikum bei der 2877 IAE. Die Stimmen der Menge überschlugen sich, als er in das Cockpit kletterte und losflog. Nach diesem Auftritt dankte Victor Esperia persönlich für die harte Arbeit, die in das Flugtauglich-machen des Schiffes geflossen war.

Über Nacht verbreitete sich der Name Esperia im gesamten Empire. Viele wunderten sich, wie diese kleine Restaurierungsfirma die Vanduul Technologie gemeistert hatte, während andere sie dafür verfluchten, die Waffe des Feindes in ein Spielzeug für reiche Kinder verwandelt zu haben. Theo wich vor der Kontroverse zurück. Jovi genoss sie und nutze sie zu ihrem Vorteil, um ihr Image zu erweitern und eine Marke aufzubauen.

Dann stand die UEE Navy vor Esperias Tür. Ingenieure der Regierung hatten niemals richtig herausfinden können, wie man eroberte Vanduul Schiffe zum Funktionieren bringen konnte. Zumindest nicht auf dem Level, welches Victor Hurston zuvor demonstriert hatte. Also engagierten sie Esperia als Berater. Nachdem Theo und sein Team ihren Wert unter Beweis gestellt hatten, wandte sich die Regierung mit noch einem ambitionierteren Projekt an Esperia: der Bau von Replik-Vanduulschiffen, die im Training der Navy genutzt werden sollten. Esperia musste schnell ihr Operationsvolumen vergrößern, um den Vertrag mit der Regierung schnell zu erfüllen. Jovi arbeitete unermüdlich daran, dies möglich zu machen, und es zahlte sich aus. Esperia befand sich seitdem pausenlos auf der Gehaltsliste der Navy.

Nachdem sie ihre Möglichkeiten soweit expandiert hatten, dass sie die Regierungsverträge erfüllen konnten, hatte Esperia endlich die Einrichtungen, um auch für den privaten Sektor hochwertige Schiffsrepliken zu bauen. Es dauerte nicht lange, bis einige fast ausgestorbene Raumschiffe beim Flug durchs Empire gesichtet wurden – in Form von Esperia Repliken. Wohlhabende Klienten warteten auf die Chance, eines dieser limitierten Sammlerschiffe zu fliegen.

Kürzlich erlaubte die spezielle Verbindung zur Regierung des UEE Esperia den Zugang zum Kabal System, um die dort gefundenen Tevarin Schiffe zu katalogisieren und zu bewerten. Zu diesem Zeitpunkt brachten sie die Prowler auf den Markt, das berühmte Tevarin-Enterschiff. Dieses wurde akribisch konstruiert, um den Geist des originalen Schiff einzufangen, während es gleichzeitig mit den neuesten Features und Annehmlichkeiten ausgestattet wurde. Die Prowler schloss sich den Repliken der Vanduul Glaive und Blade an, welche die Firma kürzlich an die Öffentlichkeit brachte. Dies geschah unter einem neuen Geschäftsplan, der von der aktuellen Geschäftsführerin Charlotte Hussion vorangetrieben wurde.

Esperia hat es weit gebracht, seit Jovi und Theo die Firma als Archiv für seltene Blaupausen gestartet hatten. Die Bemühungen der Firma, die Vergangenheit zu bewahren, bleiben jedoch aktuell und erfolgreich und formen weiterhin die Zukunft des Unternehmens. Jedes Jahr erhalten acht Studenten der Universität von Rhetor das Ingstrom Stipendium für ihre Arbeit im Bereich der Xenoarchäologie.


Quelle: RSI
Übersetzung: StarCitizenBase
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