Showdown: “Historical Context”

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EP:61:12 : “Historical Context”

ERIA QUINT: Willkommen zu Showdown, eine Untersuchung und vielwinklige Betrachtung der wichtigsten Probleme des Empires. Ich bin Eria Quint. Das heutige Thema bringt uns nach Jata, ins schlagende Herz des Davien Systems. Von der ersten Menschen-Stadt, die von den Banu besucht wurde, bis hin zu den berüchtigten Terroranschlägen von 2545, die den Weg für den Aufstieg der Messers ebneten, hat Jatas unruhige Vergangenheit einen bleibenden Eindruck im Empire hinterlassen. Doch nun ist eine Debatte entbrannt, in der man sich die Frage stellt, wie man sich am besten an diese Geschichte erinnern sollte.

Die Jata Historical Society (JHS) bekam nach einem Treffen am 11. Februar Probleme, bei dem sie darüber diskutiert hatten, wie man den neusten Park der Stadt nennen sollte. Der JHS-Vorstand stimmte letztendlich dafür, den Park der einflussreichen Aegis Dynamics Vorstandschefin Hana Chan zu widmen. Dies brachte lokale Aktivisten auf die Palme, die forderten, dass die JHS ihre Entscheidung nochmal überdenken sollten.

Selbst unter Aegis Enthusiasten lässt sich Chans Vermächtnis wenn überhaupt als problematisch bezeichnen. Ihre 65-jährige Herschafft von 2643 bis 2703, die längste Zeit, die ein Aegis CEO jemals im Amt war, ist gefüllt von einer beeindruckenden Zahl von Errungenschaften, inklusive der Entwicklung des Javlin-Klasse Zerstörers, der bis heute von der Navy genutzt wird. Jedoch wurde Chans enge Beziehung mit dem Messer-Regime zu einem Fleck auf ihrem Vermächtnis und der Firma.

Um diese kontroverse Entscheidung zu diskutieren, ist heute Aktivist und Autor von Die Geschichte des Volks von Davien Theo Raja bei uns zu Gast.

THEO RAJA: Hi, Eria. Super, dass Showdown sich einem so wichtigen Thema annimmt. Oberflächlich gesehen scheint es sich um ein lokales Problem zu handeln, aber darüber zu sprechen, wie wir unsere Geschichte präsentieren, wird auch kommende Generationen betreffen.

ERIA QUINT: Auch bei uns ist heute Simone Maruyama. Sie ist Geschichtsprofessorin an der Universität von Jata und Mitglied des Vorstands der Jata Historical Society. Fangen wir mit Ihnen an, Ms. Maruyama. Wie hat die JHS auf die Kritik bezüglich der Benennung des Parks Hana Chan reagiert?

SIMONE MARUYAMA: Schon seit ihr Name zum ersten Mal vorgeschlagen wurde, gab es laute Stimmen gegen die Benennung des Parks nach Chan. Wir haben all diesen Kritikern während dem gesamten Prozess zugehört, aber letztendlich war ein Großteil des Vorstands der Ansicht, dass Chans Einfluss auf die Geschichte des Empires Anerkennung verdiente.

ERIA QUINT: Warum sind Sie dagegen, Mr. Raja?

THEO RAJA: Um es nett auszudrücken? Weil es eine Frau feiert, deren Gehorsam den Messers gegenüber dabei geholfen hat, systematisch Menschen zu verfolgen. Ich könnte ins Details gehen, aber muss man noch mehr sagen? Das allein sollte reichen, so ziemlich jeden davon zu disqualifizieren, Namensgeber eines Parks zu werden, besonders wenn man aus so vielen anderen Kandidaten auswählen kann, die viel mehr Anerkennung verdienen.

SIMONE MARUYAMA: Lassen Sie mich eines klarstellen. Zunächst einmal bin ich nicht hier, um Hana Chan zu verteidigen. Glauben Sie mir, wenn ich sage, dass ich viele ihrer Taten für fragwürdig halte.

Zweitens ist Mr. Rajas Bild von Ms. Chan ziemlich vereinfacht und ignoriert die vielen positiven Beiträge, die sie für das UEE geleistet hat. Es herrscht verbreiteter Konsens darüber, dass ihre Leitung von Aegis zu vielen Fortschritten in der Luft- und Raumfahrtindustrie geführt hat.

THEO RAJA: Gut und böse sind nicht einfach Punkte auf entgegengesetzten Seiten eines Kontos. Vielleicht kann ich deswegen nicht einfach große Teile von Ms. Chans Leben außer Acht lassen. Ich meine, zum einen war Illyana Messer VI eine ihrer engen Freundinnen und zum anderen hat sie diese Beziehung dazu genutzt, an massive Regierungsaufträge zu kommen, obwohl sie ganz genau wusste, dass die von ihr produzierten Schiffe gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden würden.

Sie hat praktisch der Regierung dabei geholfen, Menschen zu terrorisieren. Welche guten Handlungen könnten dies auch nur in irgendeiner Weise ausgleichen?

ERIA QUINT: Ms. Maruyama, Ihre Antwort?

SIMONE MARUYAMA: Wer würde denn noch Anerkennung verdienen, wenn wir uns nur auf die schlechten Teile ihres Lebens konzentrieren würden?

Was Mr. Raja einfach nicht zugestehen will, ist Ms. Chans wichtige Rolle in der Entwicklung der Javelin als eine Waffenplattform, die es mit den Vanduul aufnehmen kann. Und was noch wichtiger ist, sie hatte eine maßgebliche Rolle darin, dass Diamantlaminierung nun Standard in Schiffscockpits ist. Heutzutage sind sich die Leute gar nicht im Klaren darüber, wie sehr Diamantlaminierung zur Schiffssicherheit beiträgt. Bevor deren verbreiteten Einsatz starben jedes Jahr viel mehr Leute durch Atmosphärenverlust, verursacht durch Risse im Cockpit.

THEO RAJA: Ich sage ja nicht, dass Ms. Chan keinerlei Anerkennung für ihre Errungenschaften verdient. Ich glaube nur nicht, dass Jata so offen jemanden feiern sollte, der so eine aufgewühlte Vergangenheit hat.

ERIA QUINT: Mr. Raja, glauben Sie, dass eine andere historische Figur aus Jata es verdient hätte, einen Park nach ihr benannt zu bekommen? Können Sie uns sagen, wem diese Ehre stattdessen zu Teil werden sollte?

THEO RAJA: Natürlich. Am 15. Dezember 2545 war Terrel Milner ein Notarzt und einer der Ersthelfer, die zuerst am Ort der Terroranschläge waren. Ohne Angst eilte er in ein Gebäude, um den Verletzten zu helfen, nur um von einem zweiten Sprengsatz getötet zu werden, der das Gebäude über ihm zum Einsturz brachte. Milner warf sich über Alex Tinifel, bevor das Gebäude einstürzte, was das Leben des Jungen vor den herabstürzenden Trümmern schützte. Dieser Park wäre der ideale Ort, um sein Opfer zu feiern und diesen unbekannten Helden Jatas bekannter zu machen.

SIMONE MARUYAMA: Terrel Milner war in der engeren Auswahl potentieller Namen für den Park und wurde ernsthaft in Erwägung gezogen. Bei der entgültigen Entscheidung musste die JHS jedoch einige Dinge im Hinterkopf behalten.

Zum einen wurde Mr. Milners Tapferkeit und Opfer bereits auf dem historischen Markierungsstein geehrt, der zum Gedenken an die “Schreckenstat von Jata” aufgestellt wurde. Zweitens hatte Ms. Chan einfach einen größeren Einfluss auf die Empire-weite Geschichte. Egal ob im Guten oder Bösen, die JHS hat noch nie Ms. Chans Errungenschaften anerkannt und wir haben gehofft, dass dies eine gute Gelegenheit sein könnte, komplett ungeschminkt.

ERIA QUINT: Ungeschminkt?

SIMONE MARUYAMA: In der Tat. Die Art und Weise, wie der Markierungsstein im Park beschrieben wird, soll sowohl die guten als auch schlechten Aspekte ihres Vermächtnisses beleuchten.

THEO RAJA: Naja…

ERIA QUINT: Wie war das bitte, Mr. Raja?

THEO RAJA: Ja, ich habe den Test gesehen und die negativen Aspekte ihres Vermächtnisses scheinen nur eine Nebenbemerkung zu sein. Der Text besagt, und ich zitiere hier direkt, “Verbindungen zum Messer-Regime trüben ihr Vermächtnis.” Mehr nicht.

Jeder, der auch nur geringe Kenntnisse über Jatas Geschichte besitzt, weiß, dass es sich dabei um eine ziemlich unzureichende Beschreibung handelt. Was es noch schlimmer macht, jeder, der so zum ersten Mal von Chan hört, wird den Park mit einem vollkommen falschen Bild über ihren Einfluss auf das Empire verlassen. Indem sie nur einen Teil der Geschichte aufzeichnen, trifft die JHS eine moralische Entscheidung über etwas, dessen Wichtigkeit nur sie selber bewerten.

SIMONE MARUYAMA: Wollen Sie damit sagen, dass nur, weil wir keine vollstände Biografie auf den Markierungsstein schreiben, die ganze Sache sinnlos sei?

THEO RAJA: Ich will damit sagen, dass Sie die Fakten bereinigen, um die Geschichte für Toursiten “verdaulicher” zu gestalten. Chans Vermächtnis ist eng verflochten sowohl mit den Messers als auch mit einer großen Firma, die bereits seit hunderten von Jahren existiert. Diese Verbindung muss kristall klar sein, bevor ihr Einfluss vollständig verstanden werden kann. Dies könnte vermutlich am ehesten durch eine permanente Ausstellung im historischen Museum von Jata erreicht werden.

Natürlich gibt es keinerlei Chance, dass Aegis Dynamics eine solche Ausstellung in Jata erlauben würde. Glauben Sie mir, ich habe bereits versucht, gegen ihre politische und wirtschaftliche Macht anzukommen. Aegis leugnet die Beziehung zu den Messers nicht, sie wollen jedoch auf keinen Fall, dass man sie unter die Lupe nimmt. Besonders dann nicht, wenn man sich gerade praktisch in ihrem Hinterhof befindet.

ERIA QUINT: Ms. Maruyama, ich habe eine ähnliche Frage für Sie. Glauben Sie, dass ein historischer Markierungsstein in diesem Park die ideale Art ist, um Hana Chans kompliziertes Vermächtnis zu präsentieren?

SIMONE MARUYAMA: Ich glaube, dass es nicht unsere Aufgabe ist, ihr Vermächtnis zu definieren. Als Historiker ist es unser Job, Fakten zu präsentieren, den korrekten Kontext zu liefern und die Menschen dazu zu bringen, frei zu denken und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen.

ERIA QUINT: Vielen Dank, dass Sie beide heute hier waren. Wir machen eine kurze Pause. Wenn die Show zurück ist, machen wir uns auf ins Coral System, um darüber zu debattieren, ob erhöhte Sorgfalt an den Zollkontrollpunkten Firmen davon abhält, nach Coral zu liefern. Bleiben Sie dran, um mehr zu erfahren.


Quelle: RSI
Übersetzung: StarCitizenBase
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