Untold Tales: The Unanswered Cry

Jeden Tag verändert sich unser Verständnis des Universums, da neue Mysterien ans Licht gebracht werden, die unsere Wahrnehmen so leicht verändern, wie die Sandkörner in einer Sanduhr. Oft scheint es so, als ob unser dünner Griff nach der Realität nur durch die dünnen Schatten unseres kollektiven Bewusstseins gehalten wird. Dort wartet vergessenes Geflüster, knapp außerhalb unserer Reichweite, darauf, gehört zu werden. Dies sind die Untold Tales.

Heute reisen wir nach Bremen, wo am 20. Juni 2941 die freischaffende Söldnerin Sera Misagaru ein Suchmuster entlang der Schifffahrtslinien zwischen Rytif und Bremen III flog, um aufzuschnappen, was immer sie finden konnte. In den vergangenen sechs Monaten hätte Sera ihre Dienste so ziemlich jedem, in Not geratenen Schiff angeboten, solange die Credits stimmten. Auch wenn Bremen als sicheres System gilt, lernen diejenigen, die die Schwärze durchqueren, schnell, dass Sicherheit im All eine relative Sache ist. Dort, inmitten des Handelsflusses, wurde aus einer Routine-Operation etwas völlig anderes.

Sera Misagaru: Es schien ein ziemlich einfacher  Job zu sein. Ich meine, in diesem Moment dachte ich nicht mal zweimal darüber nach. Die Nachricht erschien auf den Boards wie man es erwarten würde. Irgendein armer Kaptain war ein bisschen zu weit ab des üblichen Weges geflogen, um Zeit zu sparen, und geriet auf einmal mitten in eine Outlaw-Gruppe. Bei solchen Aufträgen sollte man nicht zu lange zögern. Es geht nicht nur um die Credits. Wenn man sich da draußen befindet, kann man, wenn man seinen Kopf benutzt, tatsächlich Leben retten.

Sera nahm den Auftrag an und beeilte sich, zu den Koordinaten zu kommen, von wo aus das verzweifelte Schiff seinen Notruf abgesetzt hatte. Bei ihrer Ankunft war sie auf einen Kampf gegen eine Flotte von Outlaws vorbereitet, jedoch wartete stattdessen eine Überraschung auf sie.

Sera Misagaru: Dort war absolut nichts.

Sera Misagaru war der neuste Pilotin, die auf den sogenannten “Unbeantworteten Hilfeschrei” geantwortet hatte.

Sera Misagaru: Kein Wrack. Kein einziges Trümmerteil. Nicht mal ein paar treibende Felsen. Einfach nichts. Und ich habe sogar Scans durchgeführt. Nach einem breiten Scan, um sicherzustellen, dass es sich nicht um einen Hinterhalt handelte, habe ich sogar das Spektrum verkleinert und einen detailierten Scan gemacht, damit ich nichts verpasse. Hatte ich nicht. Wenn ich sage, dass dort nichts war, dann meine ich es auch so. Und das Eigenartigste? Als ich eingetroffen war, war der Auftrag aus meinem mobiGlass verschwunden. Als ob er nie existiert hätte.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahrhundert 14 Berichte von Piloten, die der Solomon und dem Hilferuf ihres Kapitäns gefolgt waren. Alle von ihnen berichteten von einer ähnlichen Erfahrung: ein Schiff in Not, ein angenommener Auftrag und die Entdeckung eines leeren Stück des Alls, das am Ende des Weges auf sie wartete.

Sera Misagaru: Zuerst vermutete ich, dass irgendein Idiot etwas Unheil verbreiten wollte, also kontaktierte ich das lokale Gildenbüro bezüglich des Auftrags. Der Job war nicht registriert, aber manchmal hörten sie etwas, versteht ihr? Ich begann damit, zu erzählen, was passiert war und der Repräsentant nickte nur. Sie kannten die ganze Geschichte. Wie sich zeigte, hatten einige Söldner im Laufe der Jahre versucht, der Solomon zu helfen.

Als Transportschiff im Besitz und unter Kommando von Kapitän Laramy Stevens, verbrachte die Solomon 15 ehrliche und geschäftige Jahre damit, das Gebiet rund um Rytif zu beliefern. Dann, am 21. Oktober 2794, verschwand das Schiff. Wir sprachen mit der Vertreterin Genevieve Atrella von ProtLife Versicherungen, um das Wenige zu erfahren, was über das tragische Schicksal der Solomon bekannt ist.

Genevieve Atrella: Egal, was diese Leute behaupten, die Solomon wurde im Jahre 2794 zerstört. Das ist eine Tatsache. Unsere Aufzeichnungen zeigen, dass ein Bergungsschiff die Black Box der Solomon in einem abgelegenen Teil des Bremen Systems aufgelesen und den örtlichen Behörden übergeben hat, die sie wiederum uns übergeben haben. Die Daten auf dem Flugrekorder zeigten, dass das Schiff von einem entfernten Asteroiden-Bergbau-Posten zurückkehrte, als es von nicht-identifizierten Outlaws angegriffen wurde. Traurigerweise wurde in diesem Fall nie jemand festgenommen.

Nicht nur die Outlaws wurden nie gefunden, sondern auch nicht die Solomon und ihr Kapitän. Abgesehen von der Black Box wurden außerdem keine weiteren Teile des Schiffs oder von Stevens entdeckt. Wie wurde die Black Box aus dem Schiff entfernt? Wenn es angegriffen wurde, warum gab es dort oder im Rest des Systems keine Zeichen davon?

Genevieve Atrella: Ich persönlich würde nicht viel darauf geben, dass kein Wrack oder Leichen gefunden wurden. Möglicherweise haben die Angreifer das Schiff mitgenommen. Vielleicht driftete es davon. Vielleicht log der Berger, der die Black Box entdeckt hatte. Möglicherweise war ein skrupelloser Plünderer zuerst am Ort des Geschehens. Viel hätte passieren können.

Aber werden wir jemals erfahren, was passierte? Auch wenn diese Erklärungen alle möglich wären, hilft keine davon dabei, die Quelle der Nachrichten zu enthüllen oder erklären, warum diese Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer wieder geschickt werden. Könnte es sein, dass Laramy Stevens wirklich immernoch nach Hilfe ruft?

Tolomer Winsome: Ich denke, dass die Solomon irgendwo festhängt. Ich weiß nicht, wo. Vielleicht im Interspace oder so. Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Wissenschaftler, aber ich weiß, dass es im ‘Verse mehr gibt, als wir mit unseren Augen sehen können.

Die älteste, noch lebende Person, die den unbeantworteten Hilfeschrei erfahren hatte, Tolomer Winsome, hörte die Nachricht im Jahre 2843.

Tolomer Winsome: Ich hab den Ruf nach Hilfe gehört und machte mich auf den Weg, wie jede gute Person es tun würde. Als ich dort nichts fand, wurde ich es nicht los. Ich fand heraus, dass es andere gab, die den Schrei ebenfalls gehört hatten. Jedes Mal eine andere Nachricht, andere Koordinaten, aber immer die Solomon und immer Kapitän Stevens. Ich kehre jedes Jahr dort hin zurück, um zu suchen. Ich habe weder etwas gefunden, noch die Nachricht erneut gehört, aber ich denke ständig darüber nach, wie es sein würde, so verloren zu sein. Jagt mir jedes Mal einen Schauer den Rücken runter. Deswegen suche ich immer weiter.

Sera Misagaru: Ich bin nun einige Male mit Tolomer hinausgeflogen. Normalerweise sind auch ein oder zwei von den anderen dabei. Wenn du die Nachricht einmal gehört hast, kannst du es irgendwie nicht mehr abschütteln. Wir sind alles Leute, die gerne anderen helfen, weswegen wir auch beim ersten Mal auf den Ruf antworteten. Ich dachte mir, dass es sich lohnen würde, weiter zu suchen, nur für den Fall.

Und so geht die Suche nach der Solomon weiter und die Fragen häufen sich. Viele nahmen an, dass das Signal nur eine Art grausamer Scherz ist. Aber warum sollte man sich all diese Mühe machen? Was hat man davon? Ist Kapitän Stevens wirklich noch irgendwo da draußen? Ist der unbeantwortete Hilfeschrei nur ein Glitch im System? Wenn Untold Tales wieder da ist, sprechen wir mit Computer-Expertin Johana Quint und sehen, was passiert, wenn jemand versucht, das mysteriöse Signal zu seiner Quelle zurückzuverfolgen.

Johana Quint: Sowas habe ich noch nie gesehen.

Das und mehr, wenn Untold Tales wieder zurück ist.


Quelle: RSI
Übersetzung: StarCitizenBase
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